Gebrauchsanweisung Tikka T Rh

INHALT

Seite

Inhaltsverzeichnis

22

Handhabung der Waffe

22

Modellbestimmung

22

Aufbewahrung

22

Technische Durchsicht vor dem Gebrauch

22

Handhabung

23

Visier einstellen

23

Standardvisierung

23

Battue-Visier/Spezialvisierung für Drückjagd

23

Magazin laden

23

Magazin, Demontage u. Montage

23

Standardabzug, Mechanismus

23

Abzug einstellen

23

Kombinationsabzug m. Rückstecher

23

Abzug einstellen

24

Rückstecher einstellen

24

Sicherung justieren

24

Reinigung nach dem Gebrauch

24

Reinigung des Laufes

24

Schaftpflege

24

Verschluß, Demontage u. Montage

24

Allgemeine Informationen

22,25

Technische Daten

34

Explosionszeichnung d. Waffe

35

Ersatzteilliste

44-45

HANDHABUNG DER WAFFE

Ehe Sie Ihre Büchse schießen, machen Sie sich bitte mit den in dieser Bedienungsanleitung aufgeführten Sicherheitsanweisungen vertraut.

Wenn Sie Ihre Waffe in die Hand nehmen, dann öffnen Sie grundsätzlich den Verschluß und überprüfen den Ladezustand Ihrer Waffe, sie muß entladen sein. Achten Sie auch bei ungeladener Waffe darauf, daß die Mündung immer in eine sichere Richtung zeigt. Alle Schußwaffen, und das gilt genauso für entladene Waffen, müssen immer mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Denken Sie daran, daß die meisten Unfälle mit Waffen passieren, die angeblich nicht geladen waren. WARNUNG! Schießen Sie erst dann, wenn Sie Ihr Ziel genau erkannt haben und wenn Sie auch wissen, was sich hinter dem Ziel befindet. Denken Sie daran, daß ein aus dieser Waffe abgefeuertes Geschoß einen Gefahrenbereich von bis zu 8 Kilometern haben kann. MODELLBESTIMMUNG (Abb. 1)

Die Modellbezeichnung und die Seriennummer der Waffe stehen seitlich auf der Verschlußhülse, die Kaliberangabe befindet sich auf dem Lauf. VORSICHT! Achten Sie darauf, daß die zu verschießende Munition der Kaliberangabe Ihrer Waffe entspricht. Verschießen Sie nur hochwertige fabrikgeladene Munition. AUFBEWAHRUNG

Bewahren Sie das Gewehr bei Nichtgebrauch an einem sicheren und trockenen Ort auf, an dem es sicher ist vor Beschädigung und zu dem Kinder und unbefugte Personen keinen Zutritt haben. Bewahren Sie die Munition getrennt von der Waffe an einem sicheren Ort auf. ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Dieses neue Tikka-Gewehr wurde so konstruiert, daß bei der Herstellung modernste Produktionsverfahren und Werkstoffe angewendet werden konnten. Alle Tikka-Gewehre haben eine Kapazität von 4 Patronen (1 im Patronenlager, 3 im Magazin). Ein Magazin mit 5 Schuß Kapazität ist als Sonderzubehör ebenfalls erhältlich (In Varmint als standard). Der Lauf ist freischwingend ausgeführt. Kombiabzug mit Rückstecher sind auf Wunsch für alle Modelle als Extra erhältlich. WARTUNGSMASSNAHMEN VOR DER INGEBRAUCHNAHME

- Entölen Sie den Lauf mit einem trockenen Reinigungsdocht, der vom Patronenlager her in den Lauf eingeführt wird.

- Entfernen Sie Überschüssiges Öl von Verschluß und Verschlußhülse.

- Achten Sie darauf, daß die Verriegelungswarzen (A) und die Aussparungen dafür in der Schloßhülse sauber sind. Die mit A-C gekennzeichneten Bereiche am Verschluß leicht einölen.

- Achten Sie darauf, daß die Visiereinrichtung frei von Schmutz ist.

- Überprüfen Sie den festen Sitz der Halteschrauben 1 und 2 (Abbildung 1).

- Überprüfen Sie den richtigen Abstand zwischen dem freischwingenden Lauf und dem Schaft. Ein zwischen Lauf und Schaft eingeführter Kartonstreifen von ca. 0.5 mm Stärke muß sich über die gesamte Länge des Laufes frei bewegen lassen.

- Setzen Sie die Kammer in die Schloßhülse ein. - Der Verschluß kann aus der Schloßhülse genommen werden, indem man ihn zurückzieht und dabei die Verschlußarretierungstaste drückt.

Wenn Sie die oben angegebenen Überprüfungen vorgenommen haben, ist Ihr Gewehr zum Probeschießen bereit. Falls ein Zielfernrohr verwendet werden soll, muß vor dem Probeschießen noch die Zielfernrohrmontage erfolgen. ACHTUNG! Falls Sie nach dem Durchlesen dieser Bedienungsanleitung noch

Fragen in Bezug auf Pflege, Handhabung oder Gebrauch Ihrer Waffe haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Händler. Vor dem Schießen mit Ihrer Waffe müssen Sie sich gründlich mit ihrem Umgang und mit den Regeln für den sicheren Umgang mit Schußwaffen vertraut machen. HANDHABUNG

VORSICHT! Laden Sie Ihre Waffe grundsätzlich erst unmittelbar vor dem Schießen. Sofort nach dem Schießen wird die Waffe wieder entladen. Mit einer geladenen Waffe niemals über einen Zaun klettern, auf einen Baum steigen oder über einen Graben springen.

WARNUNG! Prüfen Sie vor jeder Schußabgabe das Innere Ihres Laufes, er muß frei sein. Beim Schießen mit Fremdkörpern im Lauf kann es zu schweren Unfällen kommen.

- Das Laden der Waffe erfolgt auf die bei Repetiergewehren Übliche Weise. Der Verschluß wird durch Anheben und Zurückziehen des Kammerstengels geöffnet. Beim Vorschieben des Verschlusses wird eine Patrone in das Patronenlager eingeführt, durch Herunterdrücken des Kammerstengels wird der Verschluß geschlossen, die Waffe ist jetzt gespannt.

- Die Sicherung hat die üblichen zwei Stellungen "gesichert/entsichert". Wenn die Sicherung auf die Stellung "gesichert" geschoben wird, ist auch der Kammerstengel in der unteren Stellung arretiert.

- Die roten Warnpunkte (Abbildung 3) zeigen an, daß die Waffe gespannt und SCHUSSBEREIT ist. Die Sicherung steht auf der Stellung "entsichert". VORSICHT! Die manuelle Sicherung soll das Risiko einer Schußabgabe durch ungewollte Betätigung des Abzuges so gering wie möglich halten. Die manuelle Sicherung und die anderen Sicherheitsmerkmale der Waffe bieten aber nur teilweisen Schutz vor einer ungewollten Schußabgabe, denn die Sicherung ist nur eine mechanische Vorrichtung. Sie ist keinesfalls ein Ersatz für die Einhaltung der Grundsätze des sicheren Umgangs mit Schußwaffen. VISIEREINSTELLUNG

Alle Tikka-Gewehre sind ab Fabrik auf 100 Meter eingeschossen. Für andere Einschußentfernungen kann die Visierung entsprechend eingestellt werden. STANDARDVISIERUNG (ABB. 4)

Seitenkorrekturen können sowohl durch Verstellen des Korns wie auch des Mittelvisiers durchgeführt werden. Zum Einstellen des Mittelvisiers (2) die Schraube (1) lösen und Kimmenblatt in die gewünschte Richtung schieben. Einstellungskorrekturen am Korn müssen entgegengesetzt zur Korrektur am Mittelvisier erfolgen. Beispiel: Wenn die Waffe mehr nach rechts schießen soll, dann muß das Korn nach links korrigiert werden. Höhenkorrekturen können durch Auswechseln des Kornes durchgeführt werden. Sie können Körne in unterschiedlichen Größen (5 - 9.5 mm) über Ihren Händler beziehen. Veränderung der Kornhöhe oder seitliches Verschieben des Korns um jeweils 0.5 mm verändert die Treffpunktlage auf 100 Meter um ca. 12 cm. Vordem Auswechseln des Korns müssen Sie den Kornschutztunnel entfernen, er kann mit der flachen Hand abgedrückt werden. Das Korn kann durch leichte Schläge seitlich aus der Führung entfernt werden. Beim Entfernen des Korns Waffe auf eine feste Unterlage legen. Nach dem Auswechseln des Korns ist es sehr wichtig, daß die Treffpunktlage überprüft wird. Falls die Waffe geringfügig tiefschießt (bis max. 10 cm), kann die Höhenkorrektur durch vorsichtiges Herunterfeilen des Korns erfolgen.

SPEZIALISIERUNG FÜR DRÜCKJAGD - BATTUE-VISIER (ABB. 5)

Seitenkorrekturen können durch Verschieben des Korns durchgeführt werden. Dabei ist das Korn entgegengesetzt der gewünschten Korrekturrichtung zu schieben. Beispiel: Waffe soll mehr nach rechts schießen, Korn muß nach links verschoben werden. Vor dem Verschieben des Korns müssen Sie den Kornschutztunnel entfernen, er kann mit der flachen Hand rückwärts abgedrückt werden. Das Korn kann durch leichte Schläge seitlich in der Führung verschobt werden. Beim Verschieben des Korns Waffe auf eine feste Unterlage legen. Nach der Verstellung des Korns ist es sehr wichtig, daß die Treffpunktlage überprüft wird.

Höhenkorrekturen können durch Höhenverstellung des Mittelvisiers erreicht werden. Wenn Sie die Höheneinstellung am Mittelvisier verändern, lösen Sie zuerst die eine Schraube oben dem Kimmenblatt und ziehen dann die andere Schraube an. Lösen der vordere Schraube erhöht den Kimmenblatt und die Treffpunktlage und entsprechend Lösen der hintere Schraube sinkt den Kimmenblatt und die Treffpunktlage. Verändern der Kornhöhe oder seitliches Verschieben des Korns um jeweils 0.5 mm verändert die Treffpunktlage auf 100 Meter um ca. 12 cm. MAGAZIN LADEN (Abb. 6)

Laden Sie das Magazin, indem Sie die Patrone unter die Magazinlippen drücken und dann nach hinten schieben.

DEMONTAGE UND MONTAGE DES MAGAZINS

Das Magazin kann zur Reinigung wie folgt zerlegt werden: Nehmen Sie den Zubringer und die Magazinfeder aus dem Magazingehäuse, indem Sie das Hinterteil des Zubringers mit einem geeigneten Werkzeug nach unten drücken (Abb. 7), das Vorderteil kommt dadurch aus dem Gehäuse heraus. Der Zubringer samt Feder kann jetzt aus dem Gehäuse herausgenommen werden. Die Bodenplatte des Magazingehäuses sollte nicht entfernt werden. Reinigen Sie die Einzelteile des Magazins entweder mit heißem Seifenwasser oder mit Petroleum. Vor dem Zusammensetzen Einzelteile des Magazins leicht einölen. Zusammensetzen des Magazins in umgekehrter Reihenfolge wie das Zerlegen (Abb. 8). STANDARDABZUG

Der Abzug hat keinen Vorzug, und der Abzugswiderstand ist ab Werk auf ca. 15 N (1.500 g) eingestellt.

Sowohl die Stellung des Abzugsstollens als auch der Sicherung sind ab Werk eingestellt und müssen auf keinen Fall nachgestellt werden. VORSICHT! Die Stellung des Abzugsstollens, der Sicherung und anderer Funktionsteile der Waffe sind Komponenten eines Präzisionsmechanismus, der schon im Werk richtig eingestellt worden ist. Sie sollten nicht verändert, abgeändert oder modifiziert werden. Änderungen an einer Schußwaffe können die Sicherheitseigenschaften nachteilig verändern und dadurch die Unfallgefahr erhöhen. Wenn Sie den Abzugswiderstand verändern wollen, dann ist es am sichersten, wenn Sie zuerst die Schäftung abnehmen. Um das zu tun, entfernen Sie die Halteschrauben des Abzugsbügels. Der Abzugswiderstand kann mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug auch durch den Magazinschacht verstellt werden, siehe Abb. 10. ABZUGSEINSTELLUNG (ABB. 9)

- Mit Hilfe der Schraube (1) kann man den Abzugswiderstand auf beliebige Widerstände zwischen 10 - 20 N einstellen.

- Wenn die Schraube im Uhrzeigersinn gedreht wird, erhöht sich der Widerstand.

Wird die Schraube gegen den Uhrzeigersinn gedreht, dann verringert sich der Abzugswiderstand.

ACHTUNG! AUS SICHERHEITSGRÜNDEN DÜRFEN SIE DEN ABZUG NICHT AUF WIDERSTANDSWERTE VON UNTER 10 NEWTON EINSTELLEN.

- Wenn Sie die Waffe nach dem Zerlegen wieder zusammensetzen, vergessen Sie bitte nicht, die Rückstoßplatte aus Aluminium vorher wieder in den Schaft einzusetzen.

DER KOMBINATIONSABZUG -ABZUG UND RÜCKSTECHER

Wenn Sie den Abzug als normalen Abzug benutzen wollen, ziehen Sie ihn auf die gewohnte Weise nach hinten. Sie können den Abzug aber auch einstechen, indem Sie ihn bis zum Anschlag nach vorn schieben. Jetzt kann der Schuß durch eine leichte Berührung des Abzugs ausgelöst werden. WARNUNG! WENN DER ABZUG EINGESTOCHEN IST, MUSS DIE WAFFE MIT ÄUSSERSTERVORSICHT BEHANDELT WERDEN. SCHON LEICHTE ERSCHÜTTERUNG ODER STOSS KÖNNEN DEN SCHUSS AUSLÖSEN. Wenn die Waffe gespannt und gesichert ist, kann der Abzug nicht eingestochen werden. Am einfachsten und sichersten wird der eingestochene Abzug wieder entstochen, indem man die Sicherung auf "gesichert" stellt oder den Verschluß öffnet. ACHTUNG! Wenn die Waffe gesichert ist (Sicherung auf "gesichert") sind sowohl Abzug wie auch Verschluß gesperrt. Die Waffe kann nur gespannt werden, wenn die Sicherung auf "entsichert" steht.

EINSTELLUNG DES ABZUGES (ABB. 10)

Der Abzug hat, wenn er als normaler Abzug (Flintenabzug) benutzt wird, einen Widerstand von 10 - 20 N. Ab Fabrik ist der Abzugswiderstand auf 13 - 15 N eingestellt. Um sicherzustellen, daß der Kombinationsabzug in allen Bereichen sicher funktioniert, sollte der Abzugswiderstand nicht erhöht werden. Die Einstellung des Abzugswiderstands erfolgt mit der Schraube (1). Wenn die Schraube im Uhrzeigersinn gedreht wird, erhöht sich der Abzugswiderstand. ACHTUNG! Schraube (1) ist eine selbstsichernde Spezialschraube und darf nur mit dem dafür geeigneten Werkzeug gedreht werden.

EINSTELLUNG DES RÜCKSTECHERS (ABB. 10) Wenn der Abzug eingestochen ist, beträgt der Abzugswiderstand 2 -2.5 N, er kann nicht verstellt werden. Mit der Schraube (2) wird der Abstand zwischen dem Abzug und dem Federführungsstift in der Abzugsfeder geregelt. Dieser Abstand regelt den Vorzug des Abzugs bei der Benutzung als normaler Abzug, er sollte so klein wie möglich eingestellt sein. Am besten ist es, wenn die Schraube den Stift leicht berührt. Wenn allerdings die Schraube (2) zu stark angezogen wird, kann es passieren, daß der Rückstecher nicht mehr funktioniert. ACHTUNG! Schraube (2) ist eine selbstsichernde Spezialschraube. Sie sollte möglichst nicht unnötig gedreht werden, damit sie ihre selbstsichernde Eigenschaft lange behält. JUSTIEREN DER SICHERUNG

Das Justieren der Sicherung erfolgt im Werk. Wenn die Abzugsgruppe oder Teile des Abzugsmechanismus oder der Sicherung ausgewechselt werden, muß die Sicherung neu justiert werden. Dafür muß die Abzugsgruppe ans Werk nach Finnland eingeschickt werden.

REINIGUNG NACH DEM GEBRAUCH

Vor dem Beginn der Reinigung prüfen Sie, ob die Waffe entladen ist - Patronenlager und Magazin müssen leer sein. Nehmen Sie das Schloß aus der Waffe und ölen

Sie das Laufinnere mit einer Ölbürste ein, danach lassen Sie das Öl einige Zeit einwirken. Nach dem gründlichen Reinigen sollte der Lauf leicht eingeölt werden. Wischen Sie sowohl die Schloßteile wie auch alle anderen äußeren Metallteile mit einem leicht eingeölten Lappen ab. Auch beim "Allwettermodell" aus rostfreiem Edelstahl darf die Pflege nicht vernachlässigt werden. REINIGEN DES LAUFES

Das Reinigen des Laufes sollte immer auf die nachfolgend beschriebene Art durchgeführt werden:

- Putzstock mit Bürste/Docht immer vom Patronenlager her durch den Lauf schieben.

- Das Laufinnere nicht mit scharfen Bürsten bearbeiten und das Reinigungsgerät nicht im Lauf hin- und herschieben.

- Reinigungsgerät immer nur in eine Richtung vom Patronenlager her durchschieben und an der Mündung herausnehmen. Nach Bedarf wiederholen.

- Nur absolut gerade und stabile Reinigungsstöcke verwenden. SCHAFTPFLEGE

Der Schaft ist entweder als Ölschaft ausgeführt oder lackiert. Auf diese Weise wird Feuchtigkeit vom Schaftholz ferngehalten und es kann sich nicht verziehen. Bei normalem Gebrauch reicht es, wenn der Schaft nach der Benutzung trockengewischt wird, das Schaftinnere ist mit Öl zu behandeln. Ölschäfte sollten regelmäßig mit einem guten Schaftöl behandelt werden. Wenn am lackierten Schaft Schäden aufgetreten sind, sollte der Schaft von einem Fachmann überarbeitet werden. Die synthetische Schäftung des "Allwettermodells" benötigt keine besondere Pflege. ZERLEGEN UND ZUSAMMENSETZEN DES SCHLOSSES Es ist im allgemeinen nicht nötig, das Schloß zu zerlegen. Wenn Sie allerdings glauben, daß ins Schloß eingedrungenes Öl verharzt ist und daher die Leichtgän-gigkeit beeinträchtigt, sollte das Schloß gereinigt werden. Das ist dann besonders wichtig, wenn Sie die Waffe bei kalter Witterung benutzen wollen. Nach dem Herausnehmen der Kammer aus der Hülse können Sie das Schlößchen entfernen, indem Sie es im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen und dann nach hinten ziehen. Danach nehmen Sie einen Schraubenzieher mit einer Klingenbreite von ca. 3 mm und drücken ihn in den Spalt zwischen dem Spannstück und der Führungshülse am Kammerstengel. Jetzt drehen Sie den Schraubenzieher gegen den Uhrzeigersinn, dadurch kann die Schlagbolzengruppe gelöst werden, (siehe Abb. 11). Nachdem die Schlagbolzengruppe nach vorn geschoben worden ist, kann der Kammerstengel abgenommen werden. Falls er festsitzt, können Sie ihn durch vorsichtige leichte Schläge mit einem Gummi- oder Plastikhammer in die mit dem Pfeil "G" markierte Richtung lösen. Jetzt kann die Schlagbolzengruppe aus der Kammer herausgenommen werden. Der Schraubenzieher sollte dabei in seiner Position bleiben. Der Verschluß braucht zum Reinigen normalerweise nicht weiter zerlegt werden.

Nach der Reinigung setzen Sie das Schloß in der umgekehrten Reihenfolge wieder zusammen. Zuerst die Schlagbolzengruppe einführen, dabei darauf achten, daß anschließend der Kammerstengel wieder richtig aufgesetzt werden kann. Wenn der Kammerstengel wieder korrekt aufgesetzt worden ist, wird der Schraubenzieher, der noch zwischen Spannstück und Führungshülse steckt, im Uhrzeigersinn gedreht. Achten Sie darauf, daß der Kammerstengel richtig festsitzt, dann setzen Sie das Schlößchen auf, indem Sie es gegen den Uhrzeigersinn soweit drehen, bis der Nocken am Spannstück in die Nut (D) vor der Spannkurve einrastet (siehe Abb. 2).

Wenn Sie die nachfolgend aufgeführten Wartungsanweisungen befolgen, haben Sie ein Leben lang Freude an Ihrem Tikka-Gewehr:

1. Benutzen Sie als Waffenöl nur qualitativ hochwertige Produkte, die sowohl reinigen, schützen als auch schmieren können.

2. Rostansatz kann schon innerhalb von 24 Stunden auftreten, wenn die Waffe nach dem Gebrauch nicht gereinigt worden ist. Hohe Luftfeuchtigkeit wirkt noch stärker rostfördernd und verkürzt diese Frist noch.

3. Mindestens einmal im Jahr sollten sie alle Schrauben an der Waffe auf festen Sitz hin prüfen, dazu gehören auch die Schrauben am Schaft und am Verschluß.

4. Falls Sie beim Schießen irgendeine Unregelmäßigkeit bei der Funktion Ihrer Waffe feststellen, dann müssen Sie das Schießen sofort einstellen. Lassen Sie die Waffe von einem Büchsenmacher überprüfen oder schicken Sie sie an den Hersteller/ Importeur ein. Das gilt zum Beispiel, wenn

- sich das Abzugsverhalten geändert hat

- die Patrone nicht gezündet wird (Versager)

- die Sicherung nicht funktioniert

- es zu patronenbedingten Fehlfunktionen kommt, zum Beispiel zu Gasaustritt, durchstochenen Zündhütchen, aufgebauchten oder eingerissenen Hülsen oder einem veränderten Schußknall.

WARNUNG! Im Falle einer Fehlzündung halten Sie die Waffe in eine Richtung in der Sie niemanden gefährden, und warten 30 Sekunden bis zum Öffnen des Verschlusses. Öffnen des Verschlusses nur mit äußerster Vorsicht.

5. Verwenden Sie nur Originalersatzteile.

6. Wenn Sie Schrauben festdrehen oder losdrehen, achten Sie darauf, daß Sie einen richtig passenden Schraubenzieher verwenden und die Schraubenköpfe nicht beschädigen. Beschädigte Schraubenköpfe können die Funktion stören und sie beeinträchtigen das äußere Erscheinungsbild der Waffe.

7. Wenn an Ihrer Waffe beim Schießen Schäden auftreten, dann senden Sie die Büchse an Ihren Händler/Importeur ein und fügen Sie folgendes bei:

- eine Beschreibung des Vorfalles

- die beschädigte Patronenhülse

- ein weiteres Muster der verwendeten Munition.

In diesen Fällen soll die Waffe nicht zerlegt werden. Schicken Sie aber unter keinen Umständen eine geladene Waffe ein.

8. Schäden an Waffen treten fast ausschließlich deshalb auf, weil handgeladene Patronen verschossen werden.

VORSICHT! Stellen Sie sicher, daß sie die richtige Patronensorte aus Ihrer Büchse verschießen. Verschießen Sie ausschließlich hochwertige fabrikgefertigte Munition. Durch die Verwendung von wiederaeladener. handaeladener. nachgeladener oder anderweitig nicht den Vorschriften entsprechender Munition erlöschen alle Garantien, und außerdem können an Ihrer Waffe schwere Schäden auftreten und es können sowohl der Schütze als auch andere Personen schwer verletzt werden. Fehlerhaft geladene Munition kann extrem gefährlich sein. Verwenden Sie immer Munition, die den internationalen Vorschriften von SAAMI und C.I.P. entspricht.

Wenn sie die Absicht haben, selbstgeladene Munition zu verschießen, dann müssen Sie unbedingt sicherstellen, daß sie die richtige Laborierung und die richtige Pulversorte verwenden.

Die Firma SAKO haftet nicht für Sach- oder Personenschäden, die durch wiedergeladene oder selbstgeladene oder anderweitig ungeeignete Munition entstanden sind.

9. Tragen Sie beim Schießen eine Schießbrille und ausreichenden Gehörschutz, und achten Sie darauf, daß alle Personen in Ihrer Nähe auf die selbe Weise geschützt sind.

10. Heben Sie diese Bedienungsanleitung gut auf und lesen Sie sie regelmäßig wieder durch. Wenn Sie das Gewehr verkaufen oder weitergeben, dann achten Sie darauf, daß die Bedienungsanleitung mit dabei ist.

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